Die Lösung der Umweltprobleme liegt (auch) auf der Strasse
Noch immer nimmt die Umweltbelastung durch die Mobilität in der Schweiz zu. Der Verkehr ist für rund 30% aller CO2-Emissionen in der Stadt Zürich verantwortlich. Noch stärker ins Gewicht fallen aber die Belastungen: der motorisierte Strassenverkehr ist für 60% der Stickoxidbelastungen verantwortlich. Beinahe 40% der Bevölkerung lebt an Strassen mit Lärmbelastungen über dem Immissionsgrenzwert. Dabei hätte die Stadt Zürich gute Chancen, hier eine Trendwende herbeizuführen und endlich wieder eine Vorreiterrolle bezüglich umweltverträglicher Mobilität einzunehmen. Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist hoch, der Ruf nach einer Verbesserung der Umweltsituation und nach weitergehenden verkehrsberuhigenden Massnahmen wird auch durch die letzte Bevölkerungsbefragung einmal mehr bestätigt.
1. Zu Fuss in Zürich / Velostadt Zürich: umgestalten, ausbauen, fördern
- Fussgängerbereiche in den Quartierzentren (kommunaler Verkehrsplan): die planerischen Vorarbeiten sind geleistet, jetzt geht es um die konkrete Ausführung.
- Ausbau des Radwegnetzes: Damit sollen vor allem auf den Hauptachsen ein flächende-ckendes und alltagstaugliches Netz von Fahrradwegen für Alltagsvelofahrende geschaf-fen und die grossen Knoten velotauglich saniert werden.
- Veloparkierungsanlagen im öffentlichen Raum und bei publikumsintensiven Anlagen verbessern.
- Verkehrsinstruktion so ausbauen, dass sie in der Lage ist, mehr Velofahrkurse für Schulkinder anzubieten und eine Möglichkeit finden, dass auch veloferne Kreise gezielt fürs Velofahren interessiert werden können.
- Velogutschrift: mit einer Velogutschrift für Jugendliche ist der Kauf eines Velos zu fördern.
- Velovermietung: Aufbau eines unkomplizierten Velovermietungssystems in der ganzen Stadt.
2. öffentlicher Verkehr: den Schwung ausnützen / die Agglomeration einbinden
- Offizielle Planungen vorantreiben / neue Tramlinien und bessere S-Bahnhaltestellen schnell realisieren / die Agglomeration einbinden: Zürich hat erkannt, dass der Ausbau des öffentlichen Verkehrs nötig ist. Damit eine Veränderung des Modalsplits möglich ist, müssen die Projekte auch schnell realisiert werden (Bsp. Ausbau Bahnhof Hardbrücke und Tram 8, Tramtangenten Rosengarten ohne Strassenausbau). Insbesondere ist auch der Verkehr aus den Agglomerationen mit Netzergänzungen zu fördern (Stichworte Limmattalbahn, Tram nach Adliswil)
- Machbarkeitsstudien / Bedarfsabklärungen: neben der konkreten Realisierung von Projekten gilt es aber auch, verschiedene, auch kleinere Projekte, vertieft abzuklären. Stichworte: Tram Affoltern / Verlängerung des neuen Trams Zürich West unter dem Bahnhof Altstetten hindurch und eine Verknüpfung mit der zukünftigen Limmattalbahn / S-Bahnhaltestelle Toni-Areal. Daneben sind neue, innovative Angebote zu prüfen, wie ein Schräglift an der Burgwies.
- Marketing: Als Marketingmassnahme ist für alle Stadtzürcher Jugendlichen mit 18 Jahren, am Übergang zum Führerscheindasein, eine ÖV-Gutschrift zum Bezug eines Jahresabos abzugeben.
3. Motorisierter Autoverkehr: zu viele Risiken und Nebenwirkungen, da hilft nur die Dosis reduzieren
- Verzicht auf neue Strassenkapazitäten (Stadttunnel, Waidhaldentunnel).
- Überarbeitung der städtischen Parkplatzverordnung nach den Vorgaben einer ökologischen Verkehrspolitik.
- Verkehrsreduktion des Autoverkehrs nach Massgabe des Ausbaus und der Attraktivitätssteigerung des öffentlichen, des Fuss- und Veloverkehrs.
4. Flugverkehr: Einsatz gegen Fluglärm und den globalen Klimawandel
Änderung der städtischen Flughafenpolitik: wer sich derart über die Fluglärmprobleme in Seebach und Schwamendingen empört wie der Zürcher Stadtrat, muss zwingend jeglichen Pistenausbau und erst Recht ein Parallelpistensystem bekämpfen und Ja zu einer Plafonierung der Flugbewegungen bei 250'000 sagen. Das nützt dem lokalen Klima und ist ein Beitrag gegen den globalen Klimawandel.
Notwendiger Betrag 50 Mio Franken
(in Form von vertieften Planungsabklärungen, vorgezogenen Projekten, insbesondere bei der Verkehrsberuhigung und den Fussgängerbereichen in den Quartierzentren, bei der Ver-kehrsinstruktion und den Gutschriften im Bereich öffentlicher Verkehr und Velo; die Inve-stitionsvorhaben selber dürften nur teilweise aus diesem Betrag finanzierbar sein)