Jugendarbeitslosigkeit

Zürich leidet unter massiver Jugendarbeitslosigkeit. Kaum zwei Drittel der SchulabgängerInnen finden eine Lehrstelle oder einen Platz an einer Mittelschule. Die anderen drehen Warteschlaufen in Brückenangeboten, um es ein Jahr später nochmals zu versuchen. Oder sie haben bei Schulende gar keine Anschlusslösung. Der Grund: Immer weniger Betriebe bilden Lehrlinge aus. Die unsichere Konjunkturlage und das immer kurzfristigere Denken der Wirtschaft vernichten Lehrstellen. Ebenso kostet der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft Ausbildungsplätze: Viele Firmen in neuen Branchen sind entstanden, denen die Tradition der Berufsbildung fehlt.


Auch beim Eintritt in die Berufswelt steht Zürich schlecht da: Die Arbeitslosenquote der 20 bis 24-Jährigen liegt deutlich über dem Schweizer Durchschnitt. Die Bereitschaft der Betriebe, Jungen ohne Berufserfahrung eine Chance zu geben, schwindet.


Ob keine Lehrstelle oder kein Job: Die Jugendarbeitslosigkeit stellt eine sozialpolitische Zeitbombe dar, die für die Jungen nicht nur individuell dramatisch ist. Sie kommt auch den Staat teuer zu stehen.


Wir GRÜNEN stehen ein für faire Ausbildungschancen für alle Jugendlichen. Eine Gesellschaft, in der kein Platz für die Jungen ist, untergräbt ihr eigenes Fundament. Ohne gut ausgebildeten Nachwuchs ist die Schweizer Wirtschaft nicht konkurrenzfähig. Weil die Wirtschaft nicht in der Lage ist, den Berufsnachwuchs in genügender Weise auszubilden, muss der Staat ersatzweise in die Lücke springen, damit die Entwicklung der letzten Jahre nicht auf Kosten der Jugend weitergeht. Nicht alle Jugendlichen werden den Einstieg in die Berufswelt über Lehre oder Studium schaffen. Aber alle sollen eine faire Chance erhalten. Wenn Lehrstellen fehlen, ist dies nicht der Fall.

Die GRÜNEN fordern

  • Brückenangebote dort, wo SchulabgängerInnen mit besonderen Bedürfnissen darauf angewiesen sind, bevor sie eine Lehre oder weiterführende Schule absolvieren können.
  • die Förderung innovativer Formen der Berufsbildung wie Lehrbetriebsverbünde oder Übungsfirmen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und dem Kanton.
  • die Förderung der neuen zweijährigen Attestausbildung für Jugendliche mit kleinerem Bildungsrucksack.
  • bei der Vergabe von Aufträgen der öffentlichen Hand die konsequente Bevorzugung von Firmen, welche sich in der Berufsbildung engagieren.
  • die Schaffung von zusätzlichen Lehrstellen und Praktikumsplätzen in der Verwaltung sowie die Weiterbeschäftigung von LehrabgängerInnen für mindestens ein Jahr.