Stadtentwicklung und Wohnen
Die Stadt Zürich wächst überproportional im Vergleich zu anderen Regionen der Schweiz. Dies mag wirtschaftlich erfreulich sein, doch die mit dem Wachstum verbundenen Probleme sind keineswegs gelöst.
Die grossen Entwicklungsgebiete, vor allem im Westen und Norden der Stadt, mit zahlreichen neuen Bauten, bewirken eine Zunahme bei Energieverbrauch und Verkehrsaufkommen in einer ohnehin stark belasteten Region. Damit verbunden sind gesundheitsgefährdende Lärm- und Luftbelastungen, welche auch die Standortqualität der Stadt mindern. Mit der Umstrukturierung ganzer Stadtteile sind soziale Umwälzungen verbunden, die nicht kontrolliert ablaufen.
Zürichs Bauzonen sind viel zu gross. Bei der Stadtentwicklung werden die Aspekte des Verkehrs und der Freiräume vernachlässigt; die Forderung nach Verdichtung nach innen wird nicht ausreichend ernst genommen.
Die soziale Entwicklung dagegen kommt zu kurz. Wir wollen eine Stadt für alle, auch für Leute mit geringem Einkommen, für Junge, Alte und Familien. Wir legen Wert auf Durchmischung und Vielfalt in der Gesellschaft. Stadtentwicklung darf nicht nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geschehen, sondern muss unter Beteiligung der Bevölkerung und unter Berücksichtigung aller Interessen ablaufen. Ziel ist nicht eine Spitzenposition in beliebigen Rankings, sondern eine möglichst hohe Lebensqualität für alle.
Die GRÜNEN fordern
- keine neuen Bauzonen für Zürich. Auch kommende Generationen bedürfen einer gewissen Gestaltungsfreiheit.
- preiswerten kommunalen Wohnungsbau. Die Vernachlässigung bestehender Wohnbauten (mit anschliessender "Aufwertung" unter Erhöhung der Mieten) ist zu verhindern. Es ist auf eine gute soziale Durchmischung in den Quartieren zu achten.
- keine Veräusserung von städtischen Gebäuden und Grundstücken. Als Grundeigentümerin besitzt die Stadt einen wirkungsvollen Handlungsspielraum.
- eine Stadtentwicklung, welche den Bedürfnissen der Frauen, der Kinder sowie der SeniorInnen ebenso gerecht wird, wie jenen von Behinderten, zu Fuss gehenden oder des Veloverkehrs. Dies bedeutet, dass alle Interessengruppen einbezogen werden müssen und nicht nur Investoren und Grundbesitzende.
- eine agglomerationsüberschreitende Siedlungs- und Verkehrsplanung.
- eine verstärkte und fortlaufende Beteiligung der Bevölkerung bei Fragen der Quartierentwicklung.