Verkehr

Zürichs Verkehrspolitik steht am Scheideweg. Trotz positiven Ansätzen sind die Probleme ungelöst: Der Autoverkehr macht sich überall breit, den FussgängerInnen und dem Veloverkehr wird zu wenig Platz zugestanden, der Ausbau des öffentlichen Verkehrs stockt. Die masslose Anspruchshaltung der Autolobby findet nun offenbar auch bei der Stadtregierung Anklang. Mit einem Expresstrassen-Konzept aus den 60er-Jahren wird der Befreiungsschlag versucht.


Gleichzeitig leben wir im gesetzlosen Zustand: Die Grenzwerte bei Luft- und Lärmimmissionen werden systematisch und andauernd überschritten, ohne dass die Behörden eingreifen. Tausende von StadtbewohnerInnen leben unter grossen Beeinträchtigungen, mit massiven Folgen für die Gesundheit. Liegenschaften an verkehrsreichen Lagen werden entwertet. Unser Standortvorteil wird so bewusst aufs Spiel gesetzt.


Zürich braucht eine neue Verkehrspolitik mit einer klaren Hierarchie: FussgängerInnen und Veloverkehr vor öffentlichem Verkehr vor Autoverkehr. Zürichs Verkehrsnetz ist gebaut: Die Gesamtmobilität ist über die Strassenfläche zu steuern, neue Verkehrsflächen müssen mit Rückbau an anderer Stelle aufgewogen werden. Der Stadtverkehr muss kinder- und seniorengerecht werden: Verkehr muss allen dienen. Der öffentliche Verkehr ist auszubauen, das Velonetz ist fertigzustellen und zu verdichten. Die Einhaltung der Grenzwerte ist zu überwachen und griffige Massnahmen, wie etwa Fahrverbote, sind bei Überschreitungen einzuleiten.

Die GRÜNEN fordern

  • keine neuen Strassen für den privaten motorisierten Verkehr in der Stadt. Falls irgendwo gebaut wird, muss im Minimum eine gleich grosse Strassenfläche rückgebaut werden. Der Bau von Expressstrassen ist abzulehnen.
  • den Verzicht auf weitere Tunnelbauten auf Stadtgebiet. Tunnels lösen keine Verkehrsprobleme und tragen auch nichts zur Stadtverschönerung bei. Denn der Verkehr und die damit verbundenen Emissionen bleiben oder nehmen sogar zu.
  • den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und die Verdichtung der Fahrpläne. Zunehmende Mobilitätsbedürfnisse müssen durch den öffentlichen Verkehr abgedeckt werden.
  • weitere Temporeduktionen, auch auf Kantonsstrassen. Tempo 30 ist in den Wohnquartieren flächendeckend durchzusetzen. Damit rückt die Vision Zero, das Ziel, keine Todesopfer auf Stadtzürcher Strassen beklagen zu müssen, einen Schritt näher.
  • Nachtfahrverbote auf Quartierstrassen. Die Zufahrtsberechtigung für AnwohnerInnen sowie Taxis bleibt gewährleistet.
  • die Vervollständigung und den weiteren Ausbau des städtischen Velowegnetzes, mit dem Ziel durchgehender Velorouten in allen Quartieren der Stadt Zürich.