Mit Windenergie Richtung 2000-Watt-Gesellschaft

 

Ende November 2008 stimmten die ZürcherInnen mit einer guten Dreiviertelmehrheit für eine nachhaltige Zukunft: langfristiger Atomausstieg, 2000-Watt-Gesellschaft und Reduktion des CO2-Ausstosses auf 1 Tonne pro Kopf und Jahr bis 2050. Mit der Abstimmung über 200 Mio. Franken für Windenergie kann das Stimmvolk im Mai den Tatbeweis bringen, dass es diese Ziele nicht nur als schöne Floskel in die Gemeindeordnung geschrieben hat.

Dank dem hohen Anteil an Wasserenergie ist das ewz im Bereich der erneuerbaren Energien zwar schon gut aufgestellt. Nun braucht es dieselben Investitionen in die Windenergie, die Solarenergie und im Biomassebereich. Mit entsprechendem Zubau an neuen erneuerbaren Energien lässt sich der heutige Atomstromanteil des ewz bis zum Jahr 2044 problemlos kompensieren.

Erfolgsstory Windenergie kommt nach Zürich
Im Bereich der Windenergie ist die Schweiz im europäischen Quervergleich noch ein Entwicklungsland. In Deutschland trägt die Windenergie bereits 7% zum Strommix bei. Österreich produziert gar mehr als 70-mal so viel Windenergie wie die Schweiz.

Der Zürcher Stadtrat wollte einen Rahmenkredit von 100 Mio. Franken für die Realisierung von Windenergieanlagen, diesen Betrag hat der Gemeinderat auf Antrag der Grünen und der FDP verdoppelt auf 200 Mio. Franken.
Das ewz will zukünftig 100 bis 200 GWh Elektrizität jährlich aus Windenergieanlagen beziehen können, was 3 bis 6 Prozent der heutigen Stromabgabe in seinen Versorgungsgebieten entspricht. Mit dem Rahmenkredit könnten mindestens 2/3 davon produziert werden.
Bereits sind mehrere Windparks sowohl in der Schweiz wie auch im Ausland geplant. Ein weit fortgeschrittenes Projekt ist der Windpark auf dem Mollendruz im Kanton Waadt. Dort sollen 12 Windenergieanlagen für die Versorgung von rund 10'000 Haushalten entstehen.
Endlich ist die Erfolgsstory Windenergie auch in der Schweiz angekommen! Das ewz ist das erste grosse EW in der Schweiz, das sich neben der Wasserkraft auch hohe Ziele in der Windenergie setzt.

Notwendige Schritte für ehrgeizige Ziele
Drei Eckpfeiler machen den Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft und zur CO2-armen Gesellschaft aus.

1. Bei der Substitution der nicht erneuerbaren fossilen und atomaren Energien durch erneuerbare Energieträger ist das ewz vorbildlich.
2. Es sind noch grosse Anstrengungen im Bereich der Energieeffizienz nötig mittels konsequentem Einsatz von „best available technology“. Denn der Stromverbrauch steigt nach wie vor statt dass er sinkt.

Und weil diese beiden Punkte zur Erreichung der grossen energiepolitischen Herausforderung nicht reichen - vor allem wegen einem nicht zu unterschätzenden Rebound Effekt - braucht es:

3. mittel- und längerfristig die Suffizienz. Aus Gerechtigkeitsüberlegungen und mangels genügender Ressourcen müssen wir einen Minderverbrauch realisieren. Wir müssen unseren Konsum zurückschrauben und - so unbequem das ist – „sparen lernen“.

In diesem dritten Punkt besteht der grosse Lern- und Handlungsbedarf. Gerade für ein Elektrizitätswerk, das in erster Linie Strom verkauft, ist es naturgemäss schwierig, prioritär auf einen notwendigen Minderkonsum hinzuarbeiten. Hier braucht es ein viel grösseres Engagement.

Am 17. Mai 2009 können sich die Zürcher StimmbürgerInnen zu diesem Rahmenkredit äussern. Tun wir jetzt diesen äusserst wichtigen Schritt in die Energiezukunft. Dann sind wir für die notwendige Energiewende gut aufgestellt.