Zürich West atmet auf: dank flankierenden Massnahmen



Kolumne «Aus dem Gemeinderat» von Martin Abele für «Zürich West» Feb. 2010

 

Seit die Stadtumfahrung eröffnet ist, wird vielerorts in Wiedikon der Strassenraum umgestaltet. Dadurch soll erreicht werden, dass die Bevölkerung von einer echten Verkehrsberuhigung profitieren kann. Auch die Schmiede Wiedikon wird zu einem autofreien Platz umgebaut. Damit wird eine alte Forderung der Grünen umgesetzt.

 

Lange hatten sich die Grünen gegen den Bau des Uetlibergtunnels gewehrt. Sie befürchteten, dass sich durch die neue Verbindung Mehrverkehr in die Quartier ergiessen würde. Ihr Kampf hat sich gelohnt, denn der per Bundesgerichtsentscheid wurde der Kanton verpflichtet, in Zusammenarbeit mit der Stadt umfangreiche flankierende Massnahmen vorzunehmen, die zu einer Entlastung der stark verkehrsgeplagten Wohnquartiere in Zürich West führen.

Inzwischen werden derzeit an vielen Stellen in Wiedikon und Albisrieden die Strassenräume umgestaltet. Spurreduktionen sollen später an vielen heute stark belasteten Strassen zu einer spürbaren Reduktion des motorisierten Verkehrs und zu mehr Raum für Fussgänger(innen) und für Velofahrer führen. Die Sihlfeld- und die Weststrasse werden dementsprechend  in den nächsten zwei Jahren zu Quartierstrassen zurückgebaut. Diese Verkehrsentlastung ist das Resultat konsequenter grüner Verkehrspolitik und bringt den Bewohnerinnen und Bewohnern mehr Ruhe, bessere Luft und mehr Lebensraum im Quartier.

 

Mehr Ruhe dank Verkehrspolitik der Grünen

 

Das im Zuge des Umbaus der Birmensdorferstrasse lancierte Projekt, die Schmiede Wiedikon vom Autoverkehr zu befreien und zu einem Quartierplatz umzugestalten, entspricht einer alten grünen Forderung. Schon 1996 gelangten die Grünen an den Stadtrat und baten ihn zu prüfen, ob nicht der Verkehr so umgeleitet werden könnte, dass aus der Schmiede ein autofreier Platz entsteht. Damals hatte die Stadtregierung noch nicht den Mut, Ja zu diesem zukunftsweisenden Projekt zu sagen. Jetzt, fast 15 Jahre später, wird die Idee wieder aufgenommen. Die beiden Hauptforderungen von damals, nämlich die Umleitung des Autoverkehrs über die Zurlinden-/Zweierstrasse sowie die Verlegung der Buslinie 67 auf das Tramtrassee werden eins zu eins übernommen.

Für die Grünen bietet die Schliessung der Birmensdorferstrasse an der Schmiede eine grosse Chance. Endlich erhält Wiedikon ein Quartierzentrum, welches in diesem dicht besiedelten Stadtteil noch fehlt. Mit den bereits bestehenden Geschäften und dem Restaurant Falcone sind die Voraussetzungen gut, dass der neu entstehende Platz mit Leben gefüllt wird.

Selbstverständlich ist es aber mit der Verkehrsverlegung nicht getan. Es braucht noch weitere Umgestaltungen. Bei einem Ideenwettbewerb, den die Grünen aus dem Kreis 3 durchführten, wurde zum Beispiel angeregt, das Amtshaus mit Kreisbüro und Polizeiwache solle den Eingang gegen die Schmiede hin verlegen. Ein entsprechendes Postulat von meinem Fraktionskollegen Ueli Nagel und mir wurde kürzlich vom Gemeinderat mit eindrücklicher Mehrheit überwiesen.

 

 

Martin Abele (46) ist Gemeinderat der Grünen aus dem Kreis 3 und Mitglied der Geschäftskommission. Vor einem Jahr erreichte er bei der Wahl zum Friedensrichter 3/9 den zweiten Platz.